Wir erleben gerade einen interessanten Widerspruch.
Auf der einen Seite wollen wir Energieverbrauch und Emissionen reduzieren. Auf der anderen Seite wächst durch Digitalisierung und KI der Bedarf an Rechenzentren massiv. Damit steigen Strombedarf, Infrastrukturbedarf und teilweise auch Wasserbedarf.
Entscheidungen über Energieversorgung und Standorte sind dabei sehr relevant.
Auch wenn sich für uns die Nutzung von Smartphones und Online-Services beinahe schwerelos anfühlt, ist sie nicht immateriell:
- Eine Website aufrufen.
- Ein paar Mails verschicken.
- Dateien in der Cloud speichern.
- Zahlreiche Fragen an eine KI stellen.
Das erwartet dich im Artikel
Die digitale Infrastruktur wächst
Ein einzelner Klick ist noch nicht das Problem. Entscheidend ist die Summe: Milliarden an Website-Aufrufen, Suchanfragen, Cloud-Prozessen, Videostreams und KI-Anwendungen laufen täglich über Rechenzentren und Netze weltweit.
Allein Rechenzentren verbrauchten 2024 weltweit geschätzt rund 415 Terawattstunden Strom – etwa 1,5 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs. Bis 2030 rechnet die Internationale Energieagentur im Basisszenario mit rund 945 TWh.
KI ist dabei ein wichtiger Wachstumstreiber. Aber nicht der einzige. Auch Cloud-Dienste, Speicherung, Streaming und Unternehmenssoftware wachsen weiter. (Quelle: Internationale Energieagentur)
Auch Websites selbst werden immer datenintensiver. Der Einsatz von Bildern, Videos, JavaScript und zusätzliche Funktionen erhöhen Datenübertragung und Rechenaufwand.
Eine schlanke Website ist deshalb nicht nur schneller und angenehmer zu bedienen. Sie benötigt meist auch weniger Ressourcen.
Gutes Webdesign und verantwortungsvolle digitale Infrastruktur gehören damit enger zusammen, als man zunächst denken könnte.
Die großen Hebel liegen nicht beim einzelnen Klick
Beim digitalen Fußabdruck entstehen schnell gut gemeinte Ratschläge: „sende weniger E-Mails mit großem Anhang“, „lösche Dateien“ oder „schließe deine Browser-Tabs“.
Das mag vielleicht auch sinnvoll sein. Doch die größeren Hebel liegen oft woanders.
Ein erheblicher Teil des digitalen CO₂-Fußabdrucks entsteht beispielsweise bereits bei der Produktion unserer Endgeräte. Einen Laptop oder ein Smartphone länger zu verwenden, zu reparieren oder nicht unnötig auszutauschen, kann deshalb wesentlich relevanter sein als das Löschen einzelner E-Mails.
Auch bei KI hilft eine differenzierte Betrachtung. Wie viel Energie eine Anfrage benötigt, hängt stark vom Modell, dem Rechenaufwand und der jeweiligen Anwendung ab.
Die Frage lautet deshalb nicht:
Soll ich die nächste Frage an die KI noch stellen?
Sondern:
Welchen Nutzen stiften wir mit unserem digitalen Aufwand?
Und wie wählen oder gestalten wir die Infrastruktur dahinter sinnvoll?
Was das Internet mit Wasser zu tun hat
Neben Strom und CO₂ gibt es eine Ressource, die in der Diskussion über Umwelt und Digitalisierung häufig weniger sichtbar ist: Wasser.
Rechenzentren benötigen je nach technischer Ausführung Wasser zur Kühlung. Gleichzeitig kann auch bei der Erzeugung des benötigten Stroms Wasser eingesetzt werden. Dabei ist wichtig: Wasserverbrauch ist nicht gleich Wasserverbrauch.
Standort, Klima, Kühltechnologie und Wasserquelle spielen eine entscheidende Rolle. Ein Liter Wasser in einer niederschlagsreichen Region ist anders zu bewerten als ein Liter Trinkwasser in einer Region mit Wasserstress.
Genau deshalb reichen globale Schlagzeilen über den Verbrauch von Milliarden Liter Wasser nicht aus.
Entscheidend ist immer die Frage:
Wo steht ein Rechenzentrum – und wie ist es dort in die vorhandene Infrastruktur eingebettet?
Für DI Thomas Mach ist genau hier die Standortwahl entscheidend:
„Die Wasserressourcen sind sehr unterschiedlich verteilt. In manchen Regionen spielt es von den Ressourcen her kaum eine Rolle, ob man dort etwas hinstellt oder nicht. In anderen Regionen tut es weh – gerade dort, wo man ohnehin schon mit Wasserproblemen kämpft.“
DI Thomas Mach, Mach & Partner ZT-GmbH
Damit verschiebt sich die Debatte weg von pauschalen Literzahlen hin zur regionalen Ressourcenlage: Zusätzlicher Wasserbedarf ist dort besonders kritisch, wo Reserven für Bevölkerung, Landwirtschaft, Industrie und Ökosysteme ohnehin begrenzt sind.
Was wissen wir eigentlich über unsere Rechenzentren?
Meistens erstaunlich wenig. Darüber berichtet auch gerade der Standard in diesem Artikel.
- Wo werden unsere Daten verarbeitet?
- Welche Energiequellen werden eingesetzt?
- Welches Wasser wird für die Kühlung verwendet?
- Wie effizient arbeitet die Anlage?
- Wird Abwärme genutzt?
- Und liegt das Rechenzentrum möglicherweise in einer Region, in der Wasser ohnehin knapp ist?
Solche Fragen werden zunehmend relevant.
In der EU müssen größere Rechenzentren bereits Nachhaltigkeitskennzahlen zu Energie- und Wasserverbrauch melden. Damit wird Infrastruktur zumindest schrittweise transparenter und vergleichbarer.
Denn Nachhaltigkeit wird erst dann glaubwürdig, wenn aus allgemeinen Versprechen nachvollziehbare Informationen werden.
Grünes Webhosting: eine konkrete Entscheidung
Genau deshalb beschäftigen wir uns bei GREATVIBES schon länger damit, welche Infrastruktur hinter den Websites steckt, die wir entwickeln.
Den Ressourcenbedarf einer Website können wir nicht vollständig vermeiden. Wir können aber beeinflussen, wie sie aufgebaut ist, wo sie betrieben wird und welche Standards dabei gelten.
Unser Webhosting setzt auf Server, deren Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Die Rechenzentren unseres Serviceanbieters arbeiten mit moderner, energieeffizienter Hardware. Gleichzeitig investieren wir einen Teil der Hostinggebühr in Renaturierungsprojekte.
Aber grünes Webhosting allein reicht nicht. Die beste Energie ist jene, die wir gar nicht erst unnötig verbrauchen.
Deshalb gehören für uns nachhaltiges Hosting und eine effizient entwickelte Website zusammen: optimierte Bilder, sinnvolle technische Strukturen und laufende Wartung.
„Ja, das möchten wir.“ – Mach & Partner als Kunde der ersten Stunde
Als wir unser neues Webhosting-Modell vor circa 3 Jahren eingeführt haben, war Mach & Partner einer der ersten Kunden, der sich bewusst dafür entschieden hat.
Das passt.
Denn Mach & Partner beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Wasserwirtschaft. Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Hochwasserschutz, Wasserbau und Hydrogeologie gehören zum Kerngeschäft.
Die eigene Vision bringt das Unternehmen auf einen einfachen Satz:
„Wasser für Generationen.“
Dahinter steht der Anspruch, Wasserressourcen und Infrastruktur so zu planen, dass auch kommende Generationen auf funktionierende Systeme und ausreichend verfügbares Wasser zurückgreifen können.
Für Thomas Mach passt dazu auch der Blick auf die vermeintlich kleineren Entscheidungen im digitalen Alltag:
„Grünes Webhosting ist kein Tropfen auf dem heißen Stein, sondern ein Baustein von vielen – ein Schritt in die richtige Richtung. Irgendwo muss man anfangen. Und ich glaube, es ist auch eine Bewusstseinsfrage: Wenn man damit beginnt, kann sich dieses Mindset auf andere Bereiche ausdehnen.“
DI Thomas Mach, Mach & Partner ZT-GmbH
Nachhaltigkeit endet nicht am eigenen Produkt oder an der Bürotür.
Unternehmen treffen jeden Tag Entscheidungen über Energie, Mobilität, Beschaffung, IT, Websites und Dienstleister.
Nicht jede einzelne Entscheidung verändert die Welt. Aber viele kleine Entscheidungen bilden Strukturen.
Und genau dort beginnt für uns glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation: nicht bei möglichst großen Versprechen, sondern bei nachvollziehbaren Entscheidungen.
Thomas Mach sieht bei Digitalisierungsmaßnahmen und beim Bau von neuen Rechnenzentren vor allem zwei Punkte, die früh mitgedacht werden müssen: die verfügbare Ressource am Standort und die Frage, wie effizient Wasser genutzt beziehungsweise im Kreislauf rückgeführt werden kann.
Denn die entscheidende Frage lautet nicht, ob wir Digitalisierung verhindern sollten, sondern wie wir digitale Infrastruktur so planen, dass sie auch langfristig mit unseren Ressourcen und Werten vereinbar bleibt.
Drei Fragen, die jedes Unternehmen mitnehmen kann
1. Welchen echten Nutzen erzeugt unser digitaler Aufwand?
Welche Websites, Daten, Newsletter, Cloud-Prozesse und KI-Anwendungen unterstützen tatsächlich unser Geschäft? Und welche erzeugen vor allem Datenverkehr, Speicherbedarf, Kosten und zusätzliche Komplexität?
2. Wissen wir, wo und wie unsere digitalen Leistungen betrieben werden?
Kann unser Hosting-, Cloud- oder Technologieanbieter erklären, wo Daten verarbeitet werden, welcher Strom eingesetzt wird und wie effizient die Infrastruktur arbeitet?
3. Welche Hebel haben wir selbst in der Hand?
Können wir Websites schlanker gestalten, Geräte länger verwenden, Speicher reduzieren, KI gezielt einsetzen und bei der Auswahl unserer Dienstleister nachhaltige Kriterien berücksichtigen?
Es geht nicht darum, Digitalisierung möglichst wenig, sondern sinnvoll und effizient zu nutzen.
Hinter unserer digitalen Kommunikation steckt Infrastruktur. Hinter Infrastruktur stecken Ressourcen. Und hinter jeder Infrastruktur stehen Entscheidungen.
Vielleicht können wir nicht jeden Klick vermeiden. Aber wir können bewusster entscheiden, was hinter diesem Klick passiert.
Auch bei uns ist das kein Lippenbekenntnis: Unser Webhosting läuft seit 3 Jahren zu 100 % auf Servern mit Ökostrom. Ein Teil der Hostinggebühr wird direkt in Renaturierungsprojekte reinvestiert.
Gleichzeitig achten wir bei jedem Webdesign-Projekt auf schlanke, effizient entwickelte Websites.
Hast du noch weitere Fragen zu nachhaltigem Webhosting oder digitaler Verantwortung?
Kontaktiere mich gerne unverbindlich.